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Ein Abend für Syrien

Wasserrad in Hama, Syrien
Wasserschöpfräder in Hama. Lizenz: By Obersachse (Own work) [GFDL or CC BY 3.0], via Wikimedia Commons
Altstadt von Hama, Syrien
Die Altstadt von Hama. Lizenz: Gemeinfrei

Auch wenn wir jeden Tag in den Medien über die furchtbaren Geschehnisse in Syrien unterrichtet werden, so sind diese Schilderungen – ebenso wie das Land –  für viele von uns eher weit weg. Für Muhamed L., einen jungen Syrier, der im Jahr 2015 von Hama nach Hamburg geflohen ist sind diese Bilder ganz nah. Er stammt aus einer Stadt in der einem Geschichte auf Schritt und Tritt begegnet, Hama ist u.a. berühmt für ihre 17 Wasserschöpfräder (Noria). Seit 10.000 v. Chr. ist Hama besiedelt: Hethiter, Assyrer, Hellenen, Römer, Araber, Osmanen drückten dieser Stadt ihre Stempel auf. Dort lebten Christen und Moslems friedlich zusammen. Aber Hama galt auch als konservativ und als Hochburg der sunnitischen Muslimbruderschaft. Dies führte bereits in den 60er Jahren zu Konflikten mit der regierenden Ba’ath-Partei und später mit dem damaligen Diktator Hafiz al-Assad, der sich für den Machterhalt auf den von Alawiten dominierten Geheimdienst und das Militär stützte. Tali´a Al Muqatila – eine Guerillatruppe verübte Anschläge und Attentate auf Alawiten und Angehörige der Ba’aht-Partei. Die Rache Assads war furchtbar: 1982 werden 20.000 Bewohner von Hama massakriert, Zehntausende verschwinden, die historische Altstadt wird zerstört. Dieses Massaker bleibt der Weltöffentlichkeit weitgehend verborgen, obwohl es zu den schwersten Verbrechen im Nahen Osten des 20. Jahrhunderts zählt. Auch im syrischen Bürgerkrieg wird Hama wieder zum Ziel der syrischen Regierung, inzwischen unter der Führung des Sohns von Hafiz – Baschar. 2011 wird die Stadt belagert und anschließend eingenommen. Aus dieser Gemengelage ist Muhamed entkommen.

By Ermanarich [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons
Rot: Syrische Regierung, Grün: Syrische Opposition, Gelb: Kurden, Grau: „Islamischer Staat“, Weiß: Al-Nusra Front Lizenz: By Ermanarich [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons
Dr. Hassan Ied, Vorstands-vorsitzender der Freien Deutsch-Syrischen Gesellschaft e.V., wird uns in einem Parforceritt durch die reichhaltige syrische Geschichte führen: Hethiter, Assyrer, Hellenen, Römer, Araber, Osmanen, Ägypter, Franzosen – sie alle hinterließen Spuren in diesem geschichts-trächtigen Land. Er wird uns mit den unzähligen Konfliktparteien des syrischen Bürgerkrieges vertraut machen und die Ursachen des blutigen Krieges erläutern.

Unsere Referenten werden sich am 11.10.2016 um 19:30h im hit-Technopark, Konferenzraum 1, 1. OG, Tempowerkring 6, 21079 Hamburg die Zeit nehmen, uns Syrien – seine Kultur, seine Geschichte, die Ursprünge des Konfliktes und seine unmittelbaren Auswirkung auf ihr Leben – nahezubringen. Dafür möchte ich ihnen an dieser Stelle bereits herzlich danken!

Wer von Ihnen an diesem interessanten Abend dabei sein möchte, meldet sich bitte unter 040/790-12 358 oder info@open-arms.net an!

Lageplan hit-Technopark - markiertes Hauptgebäude

 

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