Spiel und Spaß im Nachbarschaftscafé – hitNEWS – Mai 2016 – Peter Barber

Aktivitäten von OPEN ARMS und seinen vielen freiwilligen Helfern in der Flüchtlingsunterkunft „Am Radeland“

Mit freundlicher Genehmigung der hitNews

Von Peter Barber

Beim wöchentlichen Treffen im Blauen Haus herrscht großer Andrang im Gemeinschaftsraum und und auf dem Spielplatz. Tee und Torten, Treckerfahren und Seilspringen. Demnächst baut eine Musiklehrerin auch einen Chor der Nationen auf.

Der Termin am Donnerstag von 16 bis 18 Uhr ist für die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft „Am Radeland“ ein wichtiger Termin. Zwei Stunden Nachbarschaftscafé, organisiert von den engagierten Helfern von OPEN ARMS. Auch Basil aus dem Irak kommt mit seiner Frau Awras und den vier Kindern Abdul, Gharsaq, Mariam und Omar pünktlich zu Kaffee, Tee und Gebäck und vor allem wegen der Gespräche mit den anderen Flüchtlingen aber auch den deutschen Nachbarn und den freiwilligen Helfern.

Zehn Monate war die Familie auf der Flucht, ließ Haus und eigene Apotheke zurück. Ehefrau Awras war hochschwanger und brachte kurz nach der Ankunft in Hamburg Sohn Omar zur Welt. „Ich werde ab nächsten Monat intensiv Deutsch lernen und ein Praktikum bei Beiersdorf beginnen“, sagt Basil in perfektem Englisch. Seine großen Kinder gehen alle in Harburg zur Schule, sprechen bereits sehr gut Deutsch und dolmetschen manchmal für Papa und Mama.

Beim Gesellschaftsspiel „Memory“, bei dem immer zwei Bildpaare gefunden werden müssen, bedarf es keiner Übersetzung. Deshalb ist es im Nachbarschaftscafé so beliebt. Auch wenn man gerade – wie es OPEN-ARMS-Leiterin Birgit Rajski an diesem Donnerstag passiert ist – gegen zwei kleine Mädchen verlor.

Zusätzlich zum Nachbarschaftscafé und den Sprachkursen bietet die gemeinnützige Gesellschaft nun auch ein Chorprojekt an. Musiklehrerin und Jazz-Sängerin Astrid Schaper-Schwarz von der Goethe-Schule-Harburg möchte mittwochs zwischen 19:30 und 21 Uhr Frauen und Männer aus der Unterkunft zum Singen motivieren und später einen Chor der Nationen aufbauen. Da kann jeder mitmachen – ganz ohne Sprachbarriere.